01 September 2006

Bed and Breakfast

Bed and Breakfast ist die wunderbarste Erfindung seit es Frühstück gibt. Naja, zumindest, seit es englisches Frühstück gibt. Am ersten Tag habe ich dieses original Englische Frühstück ja noch genießen können, aber mit jedem weiteren Tag schmolz die Vorfreude auf das Frühstücksbüfett. Wer will schon jeden Morgen Tomaten, Eier und Speck, wahlweise mit Pilzen oder Blutwurst. Mir zumindest hatte es spätestens am fünften Tag den Appetit verschlagen, auch wenn sich die nette Gastgeberin wunderte, warum ich keine Eier zum Frühstück mochte. Zum Glück gab es jeweils eine reichhaltige Auswahl an Cerealien. Und Obst. So etwas ist viel gesünder, vor allen Dingen, wenn man einen 20 Kilometer Marsch vor sich hat.

Während wir den TMW entlang gewandert sind, haben wir die unterschiedlichsten Unterkünfte kennen gelernt. Wir haben in typisch englischen Bed and Breakfast Häusern geschlafen, in einem Hotel (furchtbar!), in einem Fünf Sterne B & B (nobel, nobel) und auf einer Farm (der Generator für die Stromversorgung der Farm hat einen Höllenlärm gemacht). Bis auf das Hotel waren es sehr schöne Unterkünfte, die Vermieter waren unglaublich freundlich und hilfsbereit und manchmal habe ich es sogar bedauert, bereits nach einem Tag wieder weiterreisen zu müssen.

Sollte irgendwer irgendwann mal nach Devon reisen wollen - ich habe einige empfehlenswerte Unterkünfte. Einfach mailen...



Unsere erste Unterkunft in Scoriton


Ein Blick in den dazugehörigen Garten


Ein anderer Tag, ein anderer Garten


Hier gab's das lecker Frühstück


Ein Blick aus dem Wintergarten


Noch ein paar schöne Häuser und Gärten







30 August 2006

Little Venice

Nachdem ich auf Chaosqueen's Seite die Bilder eines Hausbootes gesehen habe, fiel mir wieder diese wunderbare Oase der Ruhe inmitten der Millionenmetropole London ein. Von den Londonern wird dieser Ort, ganz in der Nähe des Bahnhof Paddington gelegen, liebevoll "Little Venice" genannt. Eigentlich handelt es sich um einen Kanal, den Grand Union Canal, doch die Hausboote, die dort vor Anker liegen, und die Brücken, die über den Kanal führen, vermitteln tatsächlich den Eindruck, man sei in Venedig. Noch vor wenigen Jahren war es in der alternativen Szene ein Muss, einmal auf einem Hausboot in Little Venice gewohnt zu haben. Wandert man den Kanal entlang Richtung Osten kommt man zum Regents Park und zum London Zoo. Wer weiter wandern will, sollte dies per Boot tun, denn der Kanal verläuft von London bis nach Birmingham. Habe ich noch nicht ausprobiert, aber wäre vielleicht auch mal eine Reise wert.

Hier einige Impressionen aus Klein-Venedig


Da dümpeln sie...


...vor sich hin


Alle bewohnt, einige zu verkaufen...


Ein gutes Buch, ein Longdrink und den Tag genießen


Frisches Gemüse - selbst angebaut

Man könnte neidisch werden. Aber wer weiß, vielleicht kaufe ich mir eines Tages so ein Hausboot, ziehe mich zurück und schreibe ein Buch (alternativ: lese ein Buch). Fehlt "nur" noch ein edler Sponsor.

29 August 2006

Der Two Moors Way - From Dartmoor to Exmoor

Okay, okay - ich gebe mich geschlagen ;-)

Die Wanderung von Ivybridge (Dartmoor) nach Lynton (Exmoor) kann ich jedem empfehlen, der a) gerne wandert, b) gerne nette Menschen kennen lernt und c) die Einsamkeit liebt. Während unserer 10tägigen Wanderung sind uns ca. 12 Menschen begegnet. Höchstens. Ansonsten war Einsamkeit angesagt. Und Landschaft gucken. Und genießen. Abends, in den Dörfern bzw. in den Pubs, haben wir natürlich mehr Menschen getroffen. Nette Menschen, aber das sagte ich schon. Dort, in den Pubs, wird man natürlich sofort als Fremder erkannt, denn die Dörfer, von denen wir hier reden, bestehen meist aus 10 - 15 Häusern und einem Pub. Mehr ist nicht.

Der Tagesablauf, an den ich mich schnell gewöhnt hatte und den ich inzwischen vermisse, war wie folgt:

Um 07.00 Uhr aufstehen (also mitten in der Nacht), duschen, frühstücken und letzte Vorbereitungen treffen. Dann gings los. Am späten Nachmittag oder frühen Abend Erreichen des Tageszieles, eine Tasse Tee trinken (die wir fast überall sofort angeboten bekamen - die Engländer wissen, nach was man sich nach einer anstrengenden Wanderung sehnt), dann duschen, ausruhen und ab ins Pub. Zwei, drei Pint des guten Guinness, ein deftiges Abendessen und schon waren die Strapazen des Tages vergessen. Dann (für meine Verhältnisse) früh zu Bett und am nächsten Tag früh aufstehen. Und das Ganze von vorne.

Die Gesamtstrecke von Ivybridge bis Lynton beträgt ca. 160 Kilometer. Wir hatten die Strecke aufgeteilt in insgesamt 9 Etappen, wobei die kürzeste Etappe 10 Kilometer betrug (also ein kurzer Spaziergang) und die längste Etappe 25 Kilometer.

Der Two Moors Way, oder wie wir Fachleute *g* sagen, der TMW ist ein regulärer Wanderweg bzw. a long-distance walking route, führt quer durch Devon und ist außerhalb Devons so gut wie unbekannt. Sogar auf der Strecke selbst haben wir Leute getroffen, die noch nie vom TMW gehört hatten. Im Nationalpark Dartmoor, durch den der TMW die ersten Tage führt, ist die Strecke schlecht bis gar nicht ausgeschildert, d.h. ohne Karte und Kompass . Sobald man jedoch den Nationalpark Dartmoor verlassen hat, ist der TMW gut ausgeschildert, auch wenn man die Hinweisschilder manchmal suchen muss.

Bevor ich mich jetzt in Details verliere...hier ein link zu einer Seite, auf der alles Wissenswerte zum TMW zu finden ist.

Und hier noch einige Landschaftsimpressionen


Dartmoor


Dartmoor-Ponies - unsere täglichen Begleiter


Eine Tränke inmitten des grünen Moors


Weitere Ponies


Eine Clapper-Bridge


River Dart


Durch diese hohle Gasse wird er gehen


Ein Dorf, ein Dorf


"Wir werden nicht weichen..."


So weit das Auge reicht, alles grün


Baumpression

So, genug für heute. Morgen kommen noch ein paar Bilder von unseren Unterkünften und von ein, zwei Gärten.

28 August 2006

Die Erde ist doch größer als man denkt

Bewusst wurde mir das mal wieder, als ich einen von chaosqueen empfohlenen link ausprobiert habe.

Hier:


sind all die Länder rot eingefärbt, die ich jemals besucht habe. Viel ist es ja noch nicht und bis auf die Türkei und Syrien bin ich noch nicht mal aus Europa rausgekommen. Aber wenn man es positiv sehen will: Da warten noch eine Menge Länder darauf, von mir entdeckt zu werden.

Da fällt mir ein: Ich wollte ja noch einen kurzen Reisebericht verfassen und einige Dartmoor-Bilder veröffentlichen. Vielleicht heute Abend. We will see...

Ach so, hier der link für alle, die ihre Weltkarte rot einfärben wollen.

Und noch einmal ein großes Dankeschön an chaosqueen für die linkempfehlung.

11 Juli 2006

Das Turnier ist zu Ende!

Das große 05-Fan-Turnier des Fan-Clubs Auf geht's ist zu Ende. Leider sind wir (Generation05) nicht über die Vorrunde hinausgekommen. Wir waren sicherlich nicht schlechter als die vor uns Platzierten, sind jedoch im ersten Spiel nicht in die Gänge gekommen - was zum einen an der unchristlichen Uhrzeit lag (das Turnier begann um o9.15 Uhr in der Früh) und zum anderen vielleicht daran, dass wir einfach nicht eingespielt waren. Das Trainingslager eine Woche zuvor hatte ich ja bereits verletzungsbedingt absagen müssen. Im zweiten Spiel lief es zwar besser, aber mit der unglücklichen (und unverdienten) Niederlage im dritten Spiel war der Käs' gegessen, die Beer geschält oder wie immer ihr das auch nennen wollt. Besonders das dritte Spiel gegen die Trotzköpp hätten wir unbedingt gewinnen müssen. Geschätzte Spielanteile: 70 % auf unserer Seite. Torschussverhältnis (ebenfalls geschätzt): 10:2. Alleine meine Wenigkeit hätte mindestens drei Tore erzielen müssen. Müssen!
Aber was passiert? 60 Sekunden vor Ablauf der Spielzeit fahren die Trotzköpp einen Konter und versenken die Kugel. Parallelen zum Spiel der Deutschen Nationalmannschaft gegen die Italiener waren unverkennbar. Auch wenn wir noch versucht haben, wenigstens ein Unentschieden zu retten - das uns aber auch nicht geholfen hätte - es war zu spät.

Jedoch: Wir haben uns gerächt: Während die Trotzköpp bei subtropischen Temperaturen ihr Viertelfinale bestritten (und verloren), haben wir uns an der Kuchentheke verlustiert. Lecker, lecker! Posted by Picasa

07 Juli 2006

Bluegrass aus der Schweiz

Before I was sick I was drunk
Before I was drunk I was high
Before I was high I was stoned
Before I was stoned I was…12 years old.

Mit diesen erschütternden Zeilen fängt "High" an, das erste Stück des Albums "Zeno Tornado And The Boney Google Brothers". Zeno wer? Nie gehört. Aber wofür hat man Kollegen, die sich intensiv mit Country und Bluegrass beschäftigen. Und immer mal wieder etwas Neues entdecken. In diesem Fall eine Band aus der gar nicht mal so beschaulichen Schweiz. Man schaue sich nur mal das Video zu Home Sweet Home an. Auf der homepage gibt neben diesem Video auch Bandinfos, Photos und einige Songs, die man downloaden kann.

Zeno Tornado gründete seine gleichnamige Band vor einigen Jahren in Bern, einer Kleinstadt in der Schweiz. Zeno Tornado And The Boney Google Brothers sind:

Zeno Tornado: Sänger, Gitarre
Sacha: Banjo, Mandoline, Chorus
Menic: Fiddle, Gitarre, Chorus
Margot: Bassgeige

Schon an der Besetzung bzw. an der Auflistung der Instrumente kann man erkennen: Zeno Tornado spielen Bluegrass. Und das in seiner wildesten Form, oder wie sie es selbst beschreiben: "den legendären "uptown-trash-stance" in halbrecherischem Tempo, am besten, wenn die Menge tobt und tanzt".

Wer also demnächst in die Schweiz kommt oder gar dort wohnt, sollte sich ein Zeno Tornado Konzert gönnen. Ich ziehe mich jetzt zurück und genieße die CD.

04 Juli 2006

Musik, Musik, Musik

Meine Top Ten für den Juli

1. Rolling Stones – Anybody seen my baby
2. Green Day – Are we waiting
3. Widespread Panic – Arleen
4. John Butler Trio – Hello
5. Janis Joplin – Move over
6. Nazareth – This flight tonight (unplugged)
7. Olli Schulz & der Hund Marie – Weil die Zeit sich so beeilt
8. Patti Smith – Dancing Barefoot
9. Bruce Springsteen – Dancing in the dark
10. Stoppok plus Worthy – Ärger Teil Zwo

Die Stones mit einem Titel von ihrem "Bridges to Babylon"-Album wiederentdeckt, wahrscheinlich wegen der Titelstory in der Juli-Ausgabe des gleichnamigen Magazins, Green Day und Widespread Panic verfolgen mich schon seit einigen Wochen, wenn auch nicht unbedingt mit den hier aufgeführten Titeln. Ganz im Gegenteil zu John Butler. Sein "Hello" darf schon seit Monaten auf keinem Mix fehlen. Janis Joplin, Nazareth, Patti Smith und The Boss sind unverwüstlich und tauchen immer mal wieder in meiner persönlichen Hitparade auf, so auch in diesem Monat. Wer Olli Schulz noch nicht kennt, sollte sich unbedingt das wunderbare Album "Brichst du mir das Herz, dann brech' ich dir die Beine" anhören. Skurrile, witzige Texte zu entspannter Musik, so was trifft man selten – und falls doch, dann natürlich bei Stoppok, dessen Alben ich immer wieder gerne höre. "Ärger Teil Zwo", gemeinsam mit Worthy eingespielt, ist die Geschichte eines Kneipengängers, der trotz immensen Alkoholkonsums dem unvermeidlichen Ärger (eigentlich) aus dem Weg gehen will – aber wie heißt es so schön: "Selber Schuld, wer mich Samstag Nacht ganz blöd von der Seite anmacht".